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Welcher US-Bundesstaat für die LLC: Wyoming, Delaware oder New Mexico?

Wyoming, Delaware, New Mexico: Jeder Bundesstaat wird als Nummer eins beworben. Ein Blick in die Gebührenordnungen zeigt, warum die billigste Wahl selten die beste ist, warum Delaware gerade teurer geworden ist und warum an deiner deutschen Steuerpflicht keiner der drei etwas ändert.

Von Björn Falk · Temple of Fortune · Aktualisiert:

Schnellantwort

Wyoming kostet 100 US-Dollar Gründung und mindestens 60 US-Dollar Lizenzsteuer im Jahresbericht. Delaware verlangt eine gesetzliche Gründungsgebühr von 70 US-Dollar (§ 18-1105(a)(3) Delaware Code) und eine jährliche Pauschalsteuer, die per House Bill 400 (unterzeichnet am 21. Mai 2026) von 300 auf 400 US-Dollar gestiegen ist; der Gesetzestext in § 18-1107(b) führt die 400 US-Dollar, die Merkblattseite der Behörde nannte im Juli 2026 noch die zuletzt eingezogenen 300. New Mexico ist mit 50 US-Dollar (NMSA § 53-19-63) und ohne Jahresbericht am günstigsten. Der billigste Staat ist trotzdem nicht automatisch der beste — und die Wahl des Bundesstaates ändert nichts an deiner deutschen Steuerpflicht. Das ist ein Informationsbeitrag, keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Sobald die Entscheidung für eine US-LLC gefallen ist, kommt sofort die nächste Frage: In welchem Bundesstaat? Im Netz hat jeder Staat seine eigene Fangemeinde. Die einen schwören auf Wyoming, die anderen auf Delaware, wieder andere auf New Mexico. Jede Seite präsentiert ihren Favoriten als klare Nummer eins. Dieser Beitrag legt die Gebühren nebeneinander, nennt zu jeder Zahl die amtliche Fundstelle — und erklärt, warum die vermeintlich wichtigste Frage in Wahrheit oft die unwichtigste ist.

Vorab und deutlich: Das hier ist ein Informationsbeitrag, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Und die zentrale Botschaft steht am Anfang, nicht am Ende: Für Menschen mit Wohnsitz in Deutschland ändert die Wahl des Bundesstaates nichts an der deutschen Steuerpflicht. Wer glaubt, mit dem richtigen US-Bundesstaat seine Steuer zu optimieren, sitzt einem Missverständnis auf.

Die drei üblichen Kandidaten

Wyoming gilt als LLC-freundlich, günstig und mit solidem Ruf für Privatsphäre. Delaware ist der klassische Firmenstandort der USA, bekannt für sein ausgereiftes Gesellschaftsrecht und die spezialisierte Court of Chancery — der Grund, warum dort so viele große Konzerne sitzen. New Mexico ist der Geheimtipp der Kostenbewussten: sehr günstig, kein Jahresbericht, keine Namensnennung im Register.

Schauen wir uns an, was die Behörden tatsächlich verlangen.

Wyoming: 100 Dollar Gründung, 60 Dollar Minimum im Jahr

Die Gründung einer LLC in Wyoming über die Articles of Organization kostet 100 US-Dollar. Laufend fällt ein Jahresbericht an, der zugleich eine Lizenzsteuer trägt. Deren Minimum liegt bei 60 US-Dollar im Jahr (Quelle: Wyoming Secretary of State, Business Fees).

Die oft zitierte Formel dahinter stiftet regelmäßig Verwirrung, deshalb ausgeschrieben: Die Lizenzsteuer beträgt 0,0002 US-Dollar je US-Dollar an Vermögen, das in Wyoming liegt und dort genutzt wird — oder eben die 60 US-Dollar Minimum, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Für eine typische Solo-LLC ohne Lager, Büro oder Anlagen in Wyoming greift praktisch immer das Minimum. Rechtsgrundlage ist der Wyoming Limited Liability Company Act (W.S. § 17-29-209 zum Jahresbericht, § 17-29-210 zu den Gebühren). Fällig ist der Bericht am ersten Tag des Monats, in dem die LLC ursprünglich eingetragen wurde — dem sogenannten Jahrestagsmonat.

Wyoming kombiniert damit überschaubare Gründungskosten mit einer für kleine LLCs sehr niedrigen jährlichen Belastung. Eine separate Franchise Tax erhebt Wyoming nicht; die jährliche Lizenzsteuer übernimmt faktisch diese Rolle.

Delaware: gerade teurer geworden — und die meisten Ratgeber haben es noch nicht gemerkt

Wer gerade zu Delaware recherchiert, stößt auf zwei verschiedene Zahlen für dieselbe Steuer: 300 und 400 US-Dollar. Beide sind richtig — sie gelten für verschiedene Steuerjahre. Das ist keine Schlamperei der Quellen, sondern eine Gesetzesänderung mitten im laufenden Jahr. Der Reihe nach.

Die gesetzliche Gründungsgebühr für das Certificate of Formation beträgt 70 US-Dollar (§ 18-1105(a)(3) Delaware Code, Title 6). Die häufig genannten „rund 110 Dollar” sind nicht die Gebühr des Gesetzes, sondern der Betrag, den man in der Praxis oft zahlt, weil beglaubigte Kopien und Zusatzleistungen obendrauf kommen. Wir nennen deshalb beides getrennt: 70 Dollar ist die Fundstelle, alles darüber ist Ausstattung.

Wichtiger ist die laufende Belastung. Delaware-LLCs reichen keinen Jahresbericht ein, sie zahlen stattdessen eine pauschale jährliche Steuer, fällig jeweils zum 1. Juni für das abgelaufene Kalenderjahr. Dieser Nachlauf ist der Schlüssel zum Zahlen-Wirrwarr.

Mit House Bill 400 — „An Act to amend Title 5, Title 6, Title 8, Title 12 and Title 29 of the Delaware Code relating to fees and taxes administered by the Secretary of State”, eingebracht von Abgeordnetem Harris, unterzeichnet am 21. Mai 2026 — hat Delaware diese Jahressteuer von 300 auf 400 US-Dollar angehoben. Laut Synopse des Gesetzes traten die meisten Gebührenänderungen zum 1. August 2026 in Kraft; die Änderung der Jahressteuer für Partnerships, Limited Partnerships und LLCs jedoch bereits zum 1. Januar 2026. Das Gesetz brauchte eine Zweidrittelmehrheit, weil es nach der Verfassung Delawares einen Steuersatz erhöht.

Daraus ergibt sich die Zeitachse, an der die meisten Übersichten im Netz noch schief liegen:

  • Die zum 1. Juni 2026 fällige Steuer betraf das Steuerjahr 2025 — also die Zeit vor der Erhöhung — und lag noch bei 300 US-Dollar.
  • Für das Steuerjahr 2026, fällig zum 1. Juni 2027, werden erstmals 400 US-Dollar verlangt.

Beides lässt sich nachlesen, und zwar an unterschiedlichen Stellen — was erklärt, warum beide Zahlen kursieren. Der Gesetzestext in § 18-1107(b) Delaware Code, Title 6, lautet auszugsweise:

„Every domestic limited liability company and every foreign limited liability company registered to do business in the State of Delaware shall pay an annual tax, for the use of the State of Delaware, in the amount of $400.”

Die Merkblattseite der Delaware Division of Corporations nannte bei unserer Prüfung im Juli 2026 dagegen weiterhin 300 US-Dollar — kein Widerspruch, sondern die korrekte Auskunft zu der Steuer, die dort zuletzt tatsächlich eingezogen wurde. Wer nur eine der beiden Seiten liest, zieht den falschen Schluss. Wir nennen bewusst beide Fundstellen, damit du das selbst nachprüfen kannst.

Für dich heißt das schlicht: Wer heute gründet, rechnet mit 400 Dollar, nicht mit 300. Bei Säumnis kommen laut Division of Corporations 200 US-Dollar Strafgebühr plus 1,5 Prozent Zinsen pro Monat auf Steuer und Strafe hinzu. Und weil sich das gerade bewegt hat, gilt hier besonders: vor der Gründung den Stand direkt bei der Behörde prüfen.

Damit ist Delaware für eine kleine LLC ohne echten Delaware-Bezug der teuerste laufende Posten der drei Kandidaten — und der Abstand ist gerade um ein Drittel gewachsen. Der große Vorteil Delawares, sein hoch entwickeltes Gesellschaftsrecht und die spezialisierte Gerichtsbarkeit, zählt vor allem für Unternehmen mit Investoren, komplexen Beteiligungsstrukturen oder Börsenambitionen. Für die typische Solo-Selbstständige aus Deutschland bleibt dieser Vorteil meist theoretisch.

New Mexico: 50 Dollar, kein Jahresbericht — und das steht so im Gesetz

New Mexico ist der Kostensieger, und anders als oft behauptet muss man die Zahl nicht aus Anbieter-Blogs zusammensuchen: Sie steht im Gesetz. New Mexico Statutes § 53-19-63 regelt die Gebühren des Secretary of State für LLC-Anmeldungen und bestimmt wörtlich, für die Einreichung der ursprünglichen Articles of Organization samt Ausstellung des Certificate of Organization seien

„fifty dollars ($50.00)”

zu zahlen (NMSA § 53-19-63). Ein jährlicher Bericht ist für LLCs nicht erforderlich — New Mexico verlangt, anders als praktisch alle anderen Staaten, keine wiederkehrende Aktualisierung im Register. Besonders ist zudem, dass Mitglieder und Geschäftsführer nicht in den Articles of Organization genannt werden, was gegenüber dem öffentlichen Register eine faktische Anonymität schafft.

Damit ist New Mexico auf dem Papier am billigsten und am diskretesten. Genau hier lauert die Gefahr, allein nach diesen beiden Kriterien zu entscheiden.

Der Vergleich auf einen Blick

BundesstaatGründungsgebührJährliche KostenJahresbericht?Namensnennung im Register
Wyoming100 USDmind. 60 USD (Lizenzsteuer im Jahresbericht)ja, jährlichMitglieder werden in den Articles of Organization nicht verlangt; der Jahresbericht nennt eine verantwortliche Person
Delaware70 USD gesetzlich (praktisch oft ~110 USD)400 USD ab Steuerjahr 2026 (vorher 300 USD)nein, nur SteuerMitglieder werden im Certificate of Formation nicht verlangt
New Mexico50 USD (NMSA § 53-19-63)keine (kein Bericht)neinkeine Namensnennung

Gebühren ändern sich — Delaware ist das beste Beispiel dafür. Prüfe vor einer Gründung stets den aktuellen Stand direkt bei der jeweiligen Behörde.

Ein Wort zur Spalte „Namensnennung”, weil dort viel Marketing unterwegs ist: „Anonym” ist keiner der drei Staaten. Der Unterschied liegt darin, was das Gründungsdokument verlangt — nicht darin, ob deine Identität verborgen bleibt. Wyoming und Delaware fragen die Mitglieder im Gründungsdokument nicht ab, Wyoming verlangt im Jahresbericht aber die Unterschrift einer verantwortlichen Person. New Mexico geht am weitesten, weil dort auch kein Jahresbericht nachgereicht wird. Gegenüber Bank, Zahlungsdienstleister und Finanzamt ist das in allen drei Fällen bedeutungslos.

Aus unserer eigenen Gründung: Wyoming, und warum

An dieser Stelle können wir ausnahmsweise mehr liefern als eine Gebührentabelle. Der Herausgeber dieses Magazins hat 2026 selbst eine LLC gegründet — die Entscheidung fiel auf Wyoming.

Der Grund war kein Steuertrick, sondern eine betriebliche Verlagerung: Das gesamte E-Commerce-Geschäft sollte über die US-Gesellschaft laufen. Vor diesem Hintergrund zählte vor allem, dass Wyoming schnell, günstig und ohne Sonderwege funktioniert.

Und schnell war es tatsächlich: Am Mittwoch bezahlt, wenige Tage später lagen die Gründungsunterlagen im Postfach. Wer schon einmal eine GmbH gegründet hat — Notartermin, Handelsregister, Bankbestätigung des Stammkapitals — kennt eine andere Größenordnung. Das ist der Teil der LLC-Werbung, der stimmt.

Der ehrliche Teil gehört dazu: Die schnelle Gründung war der einfachste Schritt des ganzen Projekts. Was danach kam — die Kontoeröffnung, die Nachweispflichten, die deutsche Seite — hat deutlich mehr Zeit gekostet als die Gründung selbst. Wer die Gründungsdauer als Maßstab nimmt, misst den leichtesten Abschnitt der Strecke.

Und die Grenze dieser Erfahrung nennen wir gleich mit: Das ist ein Fall, ein Anbieter, ein Zeitpunkt. Eine Gründung ist keine Stichprobe. Sie belegt, dass Wyoming schnell sein kann — nicht, dass Wyoming für dich die richtige Wahl ist.

Warum billig nicht gleich am besten ist

Die Tabelle verführt zu einem schnellen Schluss: New Mexico gewinnt, weil am günstigsten. Diese Rechnung ist aus drei Gründen zu kurz.

Erstens sind die Behördengebühren nur ein kleiner Teil der Gesamtkosten. In jedem der 50 Bundesstaaten brauchst du einen Registered Agent — einen Zustellungsbevollmächtigten mit physischer Adresse im Bundesstaat. Marktüblich liegen die Angebote bei etwa 50 bis 300 US-Dollar im Jahr; das ist eine Marktbeobachtung aus den Preislisten der Anbieter, keine amtliche Größe, und wir nennen sie bewusst als Spanne statt als Zahl. Dazu kommen Buchhaltung, gegebenenfalls US-Steuererklärungen und die ohnehin nötige deutsche Beratung. Vor diesem Hintergrund verschwindet die Differenz zwischen 50 und 100 Dollar Gründungsgebühr im Rauschen — sie ist ein einmaliger Betrag in einer Rechnung, die jährlich läuft.

Zweitens ist Anonymität kein Selbstzweck und in der Praxis oft weniger wert, als sie klingt. Die faktische Anonymität New Mexicos gilt gegenüber dem öffentlichen Register, nicht gegenüber Banken, Zahlungsdienstleistern oder Steuerbehörden. Spätestens beim Eröffnen eines US-Geschäftskontos und gegenüber dem deutschen Finanzamt musst du ohnehin offenlegen, wer hinter der Gesellschaft steht. Wer Anonymität sucht, um Vermögen oder Einkünfte zu verschleiern, bewegt sich in Richtung Steuerhinterziehung — davon raten wir ausdrücklich ab.

Drittens zählt Substanz. Eine LLC in einem Staat, zu dem du keinerlei realen Bezug hast, ist rechtlich und steuerlich anfälliger als eine Struktur, die zur tatsächlichen Tätigkeit passt. Der billigste Papierstaat spart ein paar Dollar und kann an anderer Stelle teuer werden.

Der wichtigste Punkt: Deutschland schaut nicht auf den Bundesstaat

Hier ist die eigentliche Nachricht dieses Beitrags. Für steuerlich in Deutschland ansässige Personen ist es für die deutsche Besteuerung gleichgültig, ob die LLC in Wyoming, Delaware oder New Mexico registriert ist. Deutschland beurteilt eine LLC nicht nach ihrem Gründungsstaat, sondern über einen sogenannten Typenvergleich: Es wird geprüft, ob die Gesellschaft in ihrer konkreten Ausgestaltung eher einer deutschen Kapital- oder einer Personengesellschaft entspricht.

Die maßgebliche Verwaltungsanweisung dazu ist das BMF-Schreiben vom 19. März 2004 (Aktenzeichen IV B 4 - S 1301 USA - 22/04, veröffentlicht im Bundessteuerblatt I 2004, Seite 411). Es stellt einen Kriterienkatalog auf — unter anderem zentralisierte Geschäftsführung, beschränkte Haftung, freie Übertragbarkeit der Anteile, Gewinnverteilung und Kapitalaufbringung —, an dem die Gesellschaft gemessen wird.

Zwei Einschränkungen nennen wir offen. Erstens ist das Schreiben über zwanzig Jahre alt und nicht mehr frei über die Seiten des Bundesfinanzministeriums abrufbar; der Volltext liegt im Bundessteuerblatt und in kostenpflichtigen Fachdatenbanken. Wir nennen deshalb die Fundstelle statt eines Links. Zweitens ist ein Schreiben von 2004 immer die Frage wert, ob es noch trägt.

Es trägt: Der Bundesfinanzhof hat in seinem Beschluss vom 18. Mai 2021 (I B 75/20) genau diesen Kriterienkatalog des BMF-Schreibens angewendet und eine nach dem Recht von Colorado gegründete LLC im Ergebnis als Kapitalgesellschaft eingeordnet. Ausschlaggebend waren dort die zentralisierte Geschäftsführung, die beschränkte Haftung und die Gewinnverteilung per Geschäftsführungsbeschluss. Bemerkenswert für die Praxis: Dass die LLC in den USA steuerlich transparent behandelt wurde und wie viele Mitglieder sie hatte, war für die deutsche Einordnung unerheblich — die Ausschüttungen an den Alleingesellschafter waren als Kapitalerträge steuerpflichtig. Dieser Beschluss ist im Volltext frei abrufbar und damit die zugänglichste Primärquelle zum Thema.

Der springende Punkt daran: Das Ergebnis des Typenvergleichs hängt an der Ausgestaltung der Gesellschaft, nicht an ihrem Bundesstaat. Colorado kam in diesem Verfahren nur vor, weil die LLC dort gegründet worden war — die Kriterien wären in Wyoming dieselben gewesen. Wie das in deinem Fall ausgeht, ist genau die Art Frage, die in eine Beratung gehört und nicht in einen Artikel; eine frei zugängliche Übersicht bietet daneben die Darstellung der deutschen Auslandsvertretungen.

Entscheidend ist also nicht der Bundesstaat, sondern wie die Gesellschaft aufgebaut ist und von wo sie tatsächlich geführt wird. Wird die LLC faktisch vom deutschen Wohnzimmer aus gesteuert, kann in Deutschland eine Betriebsstätte entstehen — unabhängig davon, ob auf dem Briefkopf Cheyenne, Wilmington oder Santa Fe steht. Die unbeschränkte deutsche Steuerpflicht bleibt in jedem Fall bestehen. Wie das im Einzelnen wirkt, behandelt der Beitrag zur Steuerpflicht Deutschland und USA. Eine verbindliche Einschätzung liefert nur die Steuerberatung.

Wie man die Entscheidung sinnvoll angeht

Wenn schon eine LLC, dann in der richtigen Reihenfolge. Zuerst gehört geklärt, ob die LLC für deine Lage überhaupt die passende Struktur ist — die Abwägung gegen GmbH und Einzelunternehmen steht im Beitrag LLC, GmbH oder Einzelunternehmen. Erst danach lohnt der Blick auf den Bundesstaat, und selbst dann ist er nachrangig.

Besteht ein echter Bezug zu einem bestimmten Staat — Kunden, Lager, Mitarbeiter —, sprechen gute Gründe dafür, dort zu gründen. Fehlt jeder reale Bezug, entscheidest du pragmatisch nach Kosten und Berichtspflichten, ohne dich von Anonymitätsversprechen blenden zu lassen.

Kurz: Wyoming ist eine solide, günstige Standardwahl mit niedriger laufender Belastung. Delaware lohnt fast nur bei Investoren oder komplexen Strukturen — und ist seit 2026 spürbar teurer. New Mexico ist am billigsten und diskretesten, aber Diskretion ersetzt keine steuerliche Sorgfalt. Keiner der drei macht deine Einkünfte in Deutschland steuerfrei.

Was bleibt

Die Wahl zwischen Wyoming, Delaware und New Mexico ist eine Kostenentscheidung mit überschaubarem Gewicht, kein Steuertrick. Die Gründungsgebühren unterscheiden sich um wenige Dutzend Dollar, die laufenden Pflichten um wenige Hundert. Was wirklich zählt, entscheidet sich außerhalb der US-Registerlogik: bei deinem Wohnsitz, deiner Tätigkeit und deiner deutschen Steuerpflicht.

Kläre diese Fragen mit fachlicher Hilfe, bevor du dir über 50 gegen 100 Dollar Gründungsgebühr Gedanken machst. Den Gesamtüberblick über die Serie findest du im US-LLC-Hub.

Häufige Fragen

Spare ich mit einem billigen Bundesstaat wirklich Geld?
Bei den reinen Behördengebühren ja: New Mexico ist mit rund 50 US-Dollar Gründung und ohne Jahresbericht am günstigsten. Aber die Bundesstaats-Wahl ist der kleinste Kostenblock der ganzen Konstruktion. Registered Agent, Buchhaltung, US-Pflichten und vor allem die deutsche Steuerberatung wiegen deutlich schwerer. Wer nur auf die Gründungsgebühr schaut, optimiert an der falschen Stelle.
Ändert die Wahl des Bundesstaates meine Steuern in Deutschland?
Nein. Bei Wohnsitz in Deutschland besteht unbeschränkte Steuerpflicht, unabhängig davon, ob die LLC in Wyoming, Delaware oder New Mexico sitzt. Deutschland ordnet die LLC über einen Typenvergleich ein — maßgeblich ist die konkrete Ausgestaltung der Gesellschaft, nicht ihr Gründungsstaat. Was in deinem Fall gilt, klärt nur die Steuerberatung.
Ist New Mexico wirklich anonym?
Gegenüber dem öffentlichen Register weitgehend ja: Mitglieder und Geschäftsführer werden in den Articles of Organization nicht genannt, und mangels Jahresbericht werden sie auch später nicht nachgereicht. Gegenüber Banken, Zahlungsdienstleistern und dem deutschen Finanzamt gilt diese Anonymität nicht. Spätestens beim Kontoeröffnen und in der deutschen Steuererklärung musst du offenlegen, wer hinter der Gesellschaft steht.
Warum wird Delaware 2026 teurer?
Delaware hat mit House Bill 400 (unterzeichnet am 21. Mai 2026) unter anderem die jährliche Pauschalsteuer für LLCs von 300 auf 400 US-Dollar angehoben. Die Änderung der Jahressteuer gilt ab dem 1. Januar 2026. Praktisch heißt das: Die zum 1. Juni 2026 fällige Steuer für das Jahr 2025 betrug noch 300 US-Dollar; für das Steuerjahr 2026, fällig zum 1. Juni 2027, sind erstmals 400 US-Dollar zu zahlen.

Quellen

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information.

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